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WAZ-Autopilot - Wechselspiele vor dem Werksurlaub

Liebe Leserinnen und Leser,   das sind doch mal gute Nachrichten so kurz vor dem Werksurlaub: Wolfsb
WAZ-Autopilot - Der VW-Wochenüberblick als NewsletterWAZ-Autopilot - Der VW-Wochenüberblick als Newsletter
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Liebe Leserinnen und Leser,
 
das sind doch mal gute Nachrichten so kurz vor dem Werksurlaub: Wolfsburg ist die Stadt mit dem bundesweit höchsten Durchschnittseinkommen. 5089 Euro pro Monat wurden 2019 im Schnitt gezahlt, hat die Bundesagentur für Arbeit ausgerechnet. Damit hat Wolfsburg Ingolstadt (5004 Euro) überholt und sich auf Platz eins geschoben. In den kommenden drei Wochen steht der Motor dieses Erfolges, die Produktion im Werk, erst mal still. Jedenfalls fast, an einigen Stellen wird trotz der Ferien weitergearbeitet, umgebaut oder der Weg für die Produktion neuer Modellvarianten bereitet.
 
Vor der Sommerpause hat sich das Personalkarussell noch mal kräftig gedreht. Von SEAT wechselt Produktionsvorstand Christian Vollmer in gleicher Rolle zur Kernmarke. Er ersetzt Andreas Tostmann, der als Vorstandschef zu MAN wechselt. Wichtiger aber noch: Das momentan ambitionierteste VW-Projekt, die neu gegründete Car.Software.Org, bekommt mit Ex-BMW-Manager Dirk Hilgenberg kurz nach Start der operativen Phase einen neuen Geschäftsführer. Er löst Christian Senger ab. Mit dem Wechsel bündelt der Konzern nun alle wichtigen Zukunftsthemen bei Audi. Denn: Der Chef der Marke mit den vier Ringen, Markus Duesmann, wird zum neuen Software-Vorstand im Konzern. Duesmann - ohnehin schon als aussichtsreichster Nachfolger von Konzern-Chef Herbert Diess gehandelt - wird damit weiter gestärkt.
 
Während es im Vorstand also viele neue Gesichter gibt, ist dies auf den unteren Ebenen der Kernmarke erst mal ausgeschlossen. VW hat einen Einstellungsstopp verhängt: Vorerst bis Jahresende wird niemand von außen angeheuert. Nur die Ausbildung ist davon nicht betroffen. Schuld daran ist - wie an so vielem dieser Tage - die Corona-Krise. Man müsse jeden Euro umdrehen, sagt Marken-Chef Ralf Brandstätter. Die Absatzzahlen ziehen zwar langsam wieder an, doch es dauert wohl noch einige Jahre, bis sich VW von der Krise erholt. Zu sehr nagte der Lockdown an der Liquidität. Für die Belegschaft kann der Einstellungsstopp indes durchaus positiv sein. Denn VW will jetzt mehr als zuvor auf interne Qualifizierungsmaßnahmen setzen, um der Transformation Herr zu werden.
 
Eine richtungsweisende Entscheidung ist auch für die VW-Tochter Sitech gefällt worden. Mit der Brose Gruppe ist ein Joint-Venture-Partner für den angeschlagenen Sitzehersteller gefunden. Um das zu teuer gewordenen Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen, gibt man die Hälfte der Tochter ab. Die Belegschaft kann sich freuen, ist doch eine Beschäftigungssicherung bis 2029 Teil der Vereinbarung. Für die Mitarbeiter am bereits geschlossenen Standort Hannover kommt die Rettung allerdings zu spät.
 
Ab Ende der Woche werden die Bänder nun erst mal ruhen - die Werksferien beginnen. Aber die Weichen für die Zukunft werden dennoch gestellt. Im Werk Wolfsburg wird in der produktionsfreien Zeit die Fertigung neuer Modelle vorbereitet. Vor allem stehen die Golf-Derivate im Fokus. Mit ihnen will VW wieder zurück in die Erfolgsspur steuern. Und wenn das gelingt, braucht man an den Linien vielleicht doch bald wieder neue Leute von außen.
 
Gute Fahrt wünscht Ihnen
 
Steffen Schmidt

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