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WAZ-Autopilot: Transformationzug voll auf Kurs

WAZ-Autopilot - Der VW-Wochenüberblick als NewsletterWAZ-Autopilot - Der VW-Wochenüberblick als Newsletter
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Liebe Leserinnen und Leser,
 
die Corona-Krise lässt Volkswagen nicht vom vorgezeichneten Weg abweichen. Der führt geradewegs und ohne Schlenker in Richtung E-Mobilität und Digitalisierung. Daran haben die Wolfsburger mit den Ergebnissen der Planungsrunde keinen Zweifel gelassen. Auch an Tempo verliert der Transformationszug durch die Pandemie nicht. Während die Konkurrenz in Zeiten der Krise Investitionen zurückfährt, packt Volkswagen nochmal obendrauf.
 
Besondere Priorität genießt dabei die Digitalisierung: 27 Milliarden Euro steckt der Konzern in den Bereich und verdoppelt damit seine Anstrengungen. Das meiste davon fließt in die Software-Entwicklung. Hier scheint der Konzern von seinen Fehlern gelernt zu haben. Pannen wie die Verzögerungen des Marktstarts von Golf und ID.3 sollen künftig nicht mehr geschehen. Die Investitionen sind zudem Startschuss für die Jagd auf Konkurrent Tesla. Künftig will auch VW den Großteil seiner Software - nämlich 60 Prozent - selbst schmieden. Einen Einblick, wie sich VW die künftige Mobilität vorstellt, gibt der ID.4. Auf einer Spritztour durch Wolfsburg lobte Konzern-Chef Herbert Diess ausdrücklich das Augmented Reality Head-Up-Display als Symbol für die digitale Zukunft Volkswagens. Damit die Aufholjagd glückt, geht VW mit einem innovativen Rekrutierungsprogramm im Kampf um die klugsten Köpfe in die Offensive.
 
Daneben wird natürlich auch weiter kräftig in E-Mobilität investiert. 35 Milliarden Euro - und damit nochmal mehr, als im letzten Planungszeitraum - macht VW dafür frei. Dabei wähnt sich VW auf diesem Gebiet bereits in der weltweiten Pole-Position, wie Herbert Diess, im Internet mittlerweile fast eine Art “Social-Media-Star” der Mobilitätswende, am Rande der Planungsrunde betonte. Doch wie heißt es so schön: Stillstand ist Rückschritt. Zahlreiche weitere Modelle - bis 2030 sollen es 70 reine Stromer sein - will der Konzern deswegen auf den Markt bringen. Damit die auch ausreichend Abnehmer finden, fordert VW politische Unterstützung. Die Ladeinfrstruktur müsse dringend ausgebaut werden, stießen E-Mobilitätsvorstand Thomas Ulbrich und Betriebsratschef Bernd Osterloh ins gleiche Horn.
 
Von den erneuten Investitionen in die E-Mobilität profitiert jetzt auch zunehmend Niedersachsen. Das Werk in Emden bekommt den Aero B, eine Premium-E-Limousine, und in Hannover werden in den kommenden Jahren markenübergreifend gleich drei große Premium-Elektro-SUVs gebaut. Salzgitters Zukunft im Konzernverbund ist als Zentrum der Batterietechnologie sowieso in Stein gemeißelt.
Fehlt nur Wolfsburg. Das Stammwerk hinkt in Sachen E-Mobilität weiter hinterher, daran hat sich auch in dieser Planungsrunde nichts geändert. Doch am Ende des CO2-vernebelten Tunnels ist Licht. Darauf, dass auch in Wolfsburg bald Stromer vom Band laufen sollen, hat man sich schon festgelegt. Details sollen nächsten November besprochen werden.
 
Bis dahin muss sich das Werk mit Verbrennern und Hybriden über Wasser halten. Immerhin: 2024 soll ein weiteres SUV in Wolfsburg gefertigt werden. Dringend nötig: Denn die Auslastung sackt nicht nur wegen Corona immer weiter ab. Die Auslieferungen von Verbrennern generell und vom Golf und Touran im Speziellen befinden sich im kontinuierlichen Sinklflug. Nach einem Zwischenhoch im Dezember wurden im Oktober wieder deutlich weniger Autos verkauft. Vielleicht auch ein Grund für die Schichtabsagen im November?
 
Langfristig hat diese Negativspirale natürlich ebenfalls Folgen. Der Touran steht wohl vor dem Aus. Der untrennbar mit Wolfsburg verbundene Golf hingegen bekommt von VW wahrscheinlich im Jahr 2026 noch eine neunte Generation verpasst. Um die komplette Fertigung 1 in Wolfsburg mit Arbeit zu versorgen, wird das dann allerdings aller Voraussicht nach nicht mehr reichen. Und so geht das Warten auf den Heilsbringer E-Auto trotz zusätzlichem SUV-Modell weiter.
 
Gute Fahrt wünscht Ihnen,
 
Steffen Schmidt

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