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WAZ-Autopilot: Skandal als Transformations-Turbo

Liebe Leserinnen und Leser,   fünf Jahre ist es her, da wurde der Diesel-Skandal aufgedeckt und stür
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Liebe Leserinnen und Leser,
 
fünf Jahre ist es her, da wurde der Diesel-Skandal aufgedeckt und stürzte Volkswagen in eine tiefe Krise. Noch immer ist die Affäre um die Abgasmanipulationen nicht vollständig aufgeklärt. Vor allem die Frage, wer für den Betrug verantwortlich ist, treibt Öffentlichkeit und Gerichte bis heute um. Gegen den ehemaligen VW-Chef, „Mr. Volkswagen“ Martin Winterkorn, wurde jetzt die Klage wegen bandenmäßigen Betrugs zugelassen. Ein spannender Prozess steht bevor.
 
Das von den US-Behörden auferlegte Monitoring des Konzerns ist hingegen abgeschlossen. Am Montag beendete Aufseher Larry Thompson seine Tätigkeit und bescheinigte VW, nun ein „besseres Unternehmen“ zu sein. Und in der Tat war die Krise für Volkswagen auch eine Chance zum Neuanfang. Wie sehr sich VW seit dem Skandal neuerfunden hat, zeigt sich aktuell wieder. Man setzt auf mehr Transparenz. Gerade startete die große Mitarbeiterbefragung, bei der jeder Beschäftigte im Konzern seine Meinung äußern soll. Durch eine neue Kooperation mit der Fachagentur RCS Global macht VW zudem transparent, woher die Rohstoffe für die Batteriefahrzeuge stammen.
 
Apropos Batteriefahrzeuge: Ohne den Diesel-Skandal wäre die Transformation Volkswagens wohl längst nicht so schnell von statten gegangen. Mit der ersten Auslieferung des ID.3 startet der Autobauer jetzt endgültig in ein neues Zeitalter. Leider allerdings begleitet von einem alarmierenden Testergebnis einer Fachzeitschrift. Dass diese Kritik dem neuen Hoffnungsträger, geschweige denn der vormarschierenden E-Mobilität den Wind aus den Segeln nehmen kann, darf allerdings bezweifelt werden. Zu schnell schreitet die Transformation der Auto-Industrie voran. Auf dem Autogipfel sind bereits die nächsten Schritte verabredet worden - im Fokus steht vor allem die Digitalisierung. 
 
In diesen unsicheren Zeiten für die Beschäftigten braucht es eine starke Arbeitnehmervertretung. Dass Einigkeit gefragt ist, haben auch die Wolfsburger Metaller begriffen. Bei der Delegiertenversammlung der IG Metall wählten sie mit großer Mehrheit Flavio Benites zum Ersten Bevollmächtigten – und das, obwohl die Wahl der ehemaligen Zweiten Bevollmächtigten Ricarda Bier so gut wie festzustehen schien. Doch die Delegierten stellten ihr letztlich die Quittung für ihren umstrittenen Führungsstil aus. Benites hingegen ist an der Basis extrem beliebt. Unter ihm stehen die Chancen besser, dass die IG Metall zusammensteht.
 
Wichtig ist allerdings auch, dass der Betriebsrat mitzieht. Dessen Chef Bernd Osterloh war Ricarda Biers größter Fürsprecher, ihre Niederlage wird deshalb auch als Schlappe für ihn gedeutet. Wie sich das auf die Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft auswirkt, wird in den kommenden Monaten spannend zu sehen sein.
 
Gute Fahrt wünscht Ihnen

Steffen Schmidt

Der Volkswagen-Überblick:

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