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WAZ-Autopilot: Schichtabsage trotz Nachfrageboom

Liebe Leserinnen und Leser, Unsicherheit prägt den Jahresendspurt. Die wieder steigenden Corona-Zah
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Liebe Leserinnen und Leser,

Unsicherheit prägt den Jahresendspurt. Die wieder steigenden Corona-Zahlen lassen für das kommende Jahr kaum Prognosen zu. Nur dass das Pandemie-Jahr für die Wirtschaft ein verlorenes ist, steht bereits fest. Auch bei VW wird der Gewinn dramatisch unter dem Vorjahreswert liegen. Der Autobauer blickt allerdings dennoch mit etwas Optimismus auf die kommenden Monate. Im dritten Quartal schrieb man wieder schwarze Zahlen und lieferte im September sogar erstmals mehr Autos aus als im Vorjahr. Die Auftragslage ist zudem stabil, das Kundeninteresse wächst wieder.

Dennoch sagt VW die Extraschichten ab, die so dringend nötig wären, um einen Auslieferungstau zu vermeiden. Das zeigt, wie unberechenbar es in der Corona-Krise zugeht. Denn die Nachfrage allein entscheidet während der Pandemie leider nicht mehr über Wohl und Wehe. Der Grund für die Schichtabsagen sind vielmehr Lieferschwierigkeiten. Und obwohl diese in diesem Fall nur sekundär mit der Pandemie zu tun haben sollen, könnten sich Engpässe beim Material angesichts der steigenden Infektionszahlen beinahe überall in Europa in den kommenden Wochen noch verstärken.

Zudem schwebt immer noch das Damokles-Schwert eines zweiten großen Lockdowns über der Industrie. Kein Wunder also, dass Volkswagen die Schutzmaßnahmen gegen das Virus jetzt nochmals verschärft hat. Auf dem gesamten Werksgelände herrscht nun wieder Maskenpflicht. Home-Office ist weiter oberstes Gebot, und Dienstreisen oder Veranstaltungen mit mehreren Personen sind nur unter extremen Auflagen möglich. Etwas Sicherheit erhofft man sich zudem durch die Grippeschutzimpfungen, bei denen das Unternehmen in diesem Jahr nochmal ordentlich draufgepackt hat. Die Beschäftigen ziehen mit: Die Anzahl der Impfungen ist geradezu explodiert.

Beinahe paradox: Genau in dieser Zeit der großen Unsicherheit stehen wichtige Weichenstellungen für die Zukunft an. Im November wartet die Planungsrunde. Hier geht es gewissermaßen um die Zukunftssicherheit des Wolfsburger Werks. Denn mit der aktuellen Auslastung läuft die Produktion nicht wirtschaftlich, das hat auch der Betriebsrat klar gemacht. Wird das zum Dauerzustand, stehen unweigerlich Jobs auf der Kippe. Die Forderung der Arbeitnehmervertretung ist deshalb so bekannt wie deutlich: Wolfsburg braucht ein E-Auto, um den Standort auch langfristig zu sichern, denn E- Mobilität ist die Zukunft, wie Konzern-Chef Herbert Diess nicht müde wird zu betonen. In diesem Jahr wird das Management diesen Wunsch noch nicht erfüllen, im nächsten Jahr soll das Thema aber auf die Agenda, wie Diess im Rahmen der Digitalen Belegschaftsinfo andeutete.

Daneben stehen die Tarifverhandlungen an. Auch hier stellt der Betriebsrat klare Forderungen. Mehr Freizeit , eine Ausbildungsplatzgarantie und trotz Corona-Krise auch eine Lohnerhöhung, so lauten die Knackpunkte, die Bernd Osterloh festgelegt hat. Auch wie beim Lotto gilt auch hier: alles ohne Gewähr. Denn die Pandemie wird noch eine ganze Weile auf dem Beifahrersitz hocken.

Dennoch gute Fahrt wünscht Ihnen

Steffen Schmidt

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