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WAZ-Autopilot - Jahresstart mit Fragezeichen

WAZ-Autopilot - Der VW-Wochenüberblick als NewsletterWAZ-Autopilot - Der VW-Wochenüberblick als Newsletter
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Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe Sie sind gut und vor allem gesund in das neue Jahr gekommen. Bei Volkswagen jedenfalls laufen zumindest die Hälfte der Bänder nach zwangsverlängerten Weihnachtsferien nun wieder. Planmäßig und ohne Beeinträchtigungen ist die Tiguan-Fertigung wieder angelaufen. Die turbulente Vorweihnachtszeit mit Lieferengpässen und dadurch bedingten Produktionsausfällen setzt sich damit zum Glück zumindest vorerst nicht im neuen Jahr fort.

Einen Rattenschwanz zieht die Corona-Krise dennoch hinter sich her. Der Golf wird erst wieder ab dem 18. Januar in Wolfsburg gebaut und VW muss bei der gesamten Planung weiter auf Sicht fahren. Selbst wenn die Infektionszahlen zurück und die Impfungen hoch gehen sollten, dürfte VW noch mindestens das gesamte erste Quartal an den Folgen der Krise zu knabbern haben, wie auch Betriebsratschef Bernd Osterloh zwischen den Jahren prognostizierte. Der Blick auf den Dienstplan bleibt für viele Produktioner im Werk auch in den kommenden Monaten damit ein Blick in die Glaskugel. Mit Schichtausfällen und Kurzarbeit muss ständig gerechnet werden.

Etwas Unsicherheit nehmen will VW hingegen der stetig wachsenden Fangemeinde von E-Autos. Weiterhin wird die mangelhafte Ladeinfrastruktur als größtes Hemmnis der Mobilitätswende gesehen. VW geht der öffentliche Ausbau schon lange zu langsam, deshalb legt der Autobauer jetzt nochmals nach. An den Standorten in Deutschland wird die Zahl der Ladepunkte in diesem Jahr massiv aufgestockt. Und auch im restlichen Europa sowie in den USA will Volkswagen 2021 massiv in den Ausbau des eigenen Ladenetzes investieren. Wenn man dadurch auch dem kurz bevorstehenden Marktstart des ID.4 einen Extra-Schub verpassen kann, ist das natürlich ein gern gesehener Nebeneffekt.

VW selbst kann derzeit nach und nach einige Fragezeichen im Diesel-Skandal streichen. Die juristische Aufarbeitung in Deutschland schreitet trotz Corona voran, die Kosten werden immer besser kalkulierbar. So sind beinahe die Hälfte der noch zu behandelnden Einzel-Klagen mittlerweile per Vergleich beendet und auch in den strittigen Fragen wie der Verjährungsfrist lichtet sich der Nebel - und hier sogar wohl zugunsten Volkswagens.

In den kommenden Wochen und Monaten soll es dann auch mit einem Jahr Verspätung Klarheit in Sachen neuer Tarifvertrag geben. Der Verhandlungsauftakt steht kurz bevor. Dass die Arbeitnehmer nicht von ihren Forderungen einer Lohnerhöhung von 4 Prozent und einer Ausbildungsgarantie abrücken werden, das machte auch nochmal die neue Wolfsburger IG Metall-Spitze im WAZ-Interview deutlich. Angesichts der anhaltenden Corona-Krise dürfte aber auch seitens des Unternehmens weniger Bewegungsbereitschaft zu erwarten sein.

Das Jahr 2021 dürfte also turbulent starten. Dabei sehnt man sich nach dem historisch dramatischen Corona-Jahr 2020, dessen Höhe- und vor allem Tiefpunkte Sie in unserem zweiteiligen VW-Jahresrückblick nochmals nachlesen können, doch vor allem eines: Etwas Langeweile und Sicherheit.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen diesmal nicht nur gute, sondern auch ruhige Fahrt.

Steffen Schmidt

Der Volkswagen-Überblick:

VW treibt Ladenetz-Ausbau auch in den USA voran
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Dieselskandal: 25.000 Klagen gegen Volkswagen mit Vergleich beendet
Osterloh: Corona-Folgen bei VW noch mindestens im ersten Quartal zu spüren
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Der große Jahresrückblick bei Volkswagen:

Rückblick Teil 1: Corona, Produktionsstopp und der neue Golf 8
Rückblick Teil 2: Ein Spionagethriller und Corona-Krimi
... und dann war da noch das:

VW-Chef Herbert Diess zeigt sich in Video als maskierter Batman
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