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Liebe Leserinnen und Leser,

auf dem Arbeitsmarkt tobt ein Kampf um die besten Köpfe für das Zeitalter der Digitalisierung. Eine neue Studie zeigt zwar: Wolfsburg ist in Niedersachsen in puncto Attraktivität für Arbeitnehmer schon ganz oben. Aber: Im Werben um IT-Fachkräfte tritt man in der globalisierten Welt nicht gegen Delmenhorst, Osnabrück oder Oldenburg an. Noch nicht mal gegen Braunschweig oder Hannover – die Konkurrenten heißen Berlin, München, London, Seattle oder New York. Also macht Wolfsburg sich hübsch für die potenziellen Neubürger mit dem gefragten digitalen Knowhow. Vor allem die Umgestaltung des Nordkopfes und die neuen Quartiere entlang der Nordhoff-Straße sollen die Attraktivität der Stadt steigern. Daran hat auch Volkswagen ein großes Interesse. Denn neben der E-Mobitlität steht das Thema Umbau zum digitalen Software-Konzern ganz oben auf der Agenda des Autobauers. Das Nordkopf-Projekt ist dabei Fluch und Segen zugleich. Mit den neuen Quartieren fallen Tausende Parkplätze in direkter Werksnähe weg. Mit neuen Lösungen wie Park&Ride-Shuttlen und einer bereits seit gefühlten Ewigkeiten diskutierten Nordzufahrt ins Werk will man diesem Problem begegnen und es als Chance für eine moderne Mobilität rund um Wolfsburg begreifen.

Und seien wir mal ehrlich: Blechlawinen, die sich zum Schichtwechsel mühsam durch den Wolfsburger Stadtverkehr quälen, passen nun wirklich nicht mehr zum Klimaschutz-Image, das sich VW seit dem Diesel-Skandal alle Mühe gibt zu etablieren. In der Autoindustrie präsentiert sich der Konzern stets als Vorreiter in Sachen Ökologie. Sei es E-Mobiltiät, die Umrüstung der Kraftwerke auf Gas oder auch das Thema „Grüne Logistik“. Wie groß die Bemühungen sind, C02 einzusparen, erklärt jetzt der Chef der Konzernlogistik, Thomas Zernechel, in der WAZ. Vor Protesten von Klimaschützern ist man dennoch nicht geschützt, wie ein Vorfall in Kassel zeigt. Dennoch: Auch ein „grünes Image“ kann dazu beitragen, die Beliebtheit als Arbeitgeber zu steigern.

In der Vergangenheit punktete VW in dieser Hinsicht vor allem mit einem unschlagbaren Doppel: hohe Löhne und sichere Beschäftigung. In den anstehenden Tarifverhandlungen stehen genau diese Punkte wieder auf der Agenda. Die IG Metall hat sich bereits klar positioniert: Mehr Geld soll es für die Volkswagen-Beschäftigten geben, immerhin wurde das Entgelt seit 2018 nicht mehr erhöht - für VW-Verhältnissen eine gefühlte Ewigkeit.

Was die Beschäftigungssicherung angeht, verlangen Gewerkschaft und Betriebsrat Qualifizierungsangebote. Denn die Digitalisierung führt zwangsläufig zum Wegfall vieler traditioneller Arbeitsplätze. Gerade erst hat VW erneut über 2000 Roboter bestellt, die anstelle von Menschen an den Bändern werkeln werden. Und sogar im Sicherheitsbereich setzt Volkswagen immer mehr auf Roboter, Drohnen und moderne Technik, wie der Chef der Konzernsicherheit, Michael Schmidt, im Interview verrät.

Geld allein macht Arbeitnehmer ohnehin schon länger nicht mehr glücklich. Mehr Freizeit steht folgerichtigerweise auch ganz oben auf dem Wunschzettel der IG Metall. Die aus der Corona-Pandemie resultierende große Unsicherheit in der Branche dürfte angesichts der offensiven Forderungen zu einem echten Verhandlungskrimi beitragen. Erster Showdown zwischen den Parteien ist im November.

Gute Fahrt wünscht Ihnen

Steffen Schmidt

Der Volkswagen-Überblick:

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