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WAZ-Autopilot: Freie Fahrt in den USA

Liebe Leserinnen und Leser, nun ist sie endlich vollbracht, die Präsidentschaftswahl in den USA. An
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Liebe Leserinnen und Leser,

nun ist sie endlich vollbracht, die Präsidentschaftswahl in den USA. Angesichts der protektionistischen „America first“-Politik des noch amtierenden Präsidenten Donald Trump, die die Weltwirtschaft mit Handelskriegen belastete, war eine US-Wahl selten auch hierzulande von größerer Bedeutung. Auch bei VW dürfte man – auch wenn es niemand so offen sagen will – nach der so gut wie feststehenden Wachablösung aufatmen. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh verdeutlicht dies auf seinem Instagram-Account mit einer wortlosen Botschaft: Er zeigt dort schlicht ein Bild vom kommenden Präsidenten Joe Biden und seiner Vize-Präsidentin Kamala Harris. Konzern-Chef Herbert Diess positionierte sich mit einem nur vordergründig harmlosen Satz: Er denke, das demokratische Programm passe besser zur VW-Linie.

Man muss nicht sonderlich in die Tiefe gehen, um zu begreifen, dass diese Aussage wohl noch untertrieben ist. Denn VW und Klimaschutz gehen mittlerweile Hand in Hand. Diess propagiert regelmäßig, wie wichtig es ist, die Pariser Klimaziele zu erreichen. Der VW-Chef präsentiert sich als Verfechter von E-Mobilität und Dekarbonisierung, machte gerade erst deutlich, warum der Elektroantrieb keine Wette, sondern die einzige echte Lösung ist, um den CO2-Ausstoß zu senken. Die strengen CO2-Flottenziele der EU sind trotzdem noch nicht erreicht. Aber Volkswagen arbeitet emsig daran, das hinzubekommen. In Griechenland macht der VW-Konzern zusammen mit der Regierung jetzt eine ganze Insel zur Spielwiese für elektrische Mobilität. Das VW-Werk in Wolfsburg wird zugunsten des Klimas unter hohem Aufwand von Kohle auf Erdgas umgestellt. Die Rohre für die Pipeline sind jetzt in Wolfsburg angekommen.

Das passt nun wirklich nicht zu Trump, der eben jene Kohle wieder groß machen wollte, als Klima-Leugner auftrat und aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, hinter das sich VW immer wieder stellt, austrat. Mit Joe Biden wird da mehr zu holen sein. In das Abkommen will er wieder einsteigen, was Hoffnung macht, dass VW mit seiner Elektro-Offensive auch in den USA bald offene Türen einrennt. Immerhin verfolgen die Wolfsburger ihre Strategie global und investieren auch in den Staaten fleißig in die E-Mobilität.

Auch in Sachen Corona werden die Welt und VW in Joe Biden wohl einen besseren Partner gewinnen. Der nächste US-Präsident will das Virus rigoros bekämpfen, anstatt es wie sein Vorgänger zu ignorieren. Wie wichtig eine globale Bekämpfung der Pandemie ist, zeigte der erste Lockdown. Einen zweiten kann sich auch VW nicht leisten, wie Herbert Diess jetzt ebenfalls noch einmal unterstrich.

Der Ausgang der US-Wahl lässt also nicht nur die Mehrheit der Amerikaner und den Großteil der Welt erleichtert aufatmen. Auch für VW ist der neue Kurs in Übersee auf ganzer Linie vorteilhaft – zuallererst natürlich wegen der besseren Chancen im nordamerikanischen Markt, aber auch wegen der angenehmen Gewissheit, in den USA jetzt wieder mit einem verlässlicheren Partner zu tun zu haben.

Gute Fahrt wünscht Ihnen,

Steffen Schmidt

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