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WAZ-Autopilot: Die Rückkehr der Leiharbeiter

Liebe Leserinnen und Leser,   aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dieses Sprichwort bewahrheitet sich
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Liebe Leserinnen und Leser,
 
aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dieses Sprichwort bewahrheitet sich auch in der Corona-Krise erneut. Nachdem die Nachfrage lange Zeit ruhte oder sogar komplett zum Erliegen kam, haben die Menschen nun wieder Lust auf Konsum. Das merkt auch VW: Der Absatz hat im Herbst kräftig angezogen. So stark sogar, dass VW mit der aktuellen Mannschaft und der coronabedingt langsameren Taktung gar nicht mehr hinterherkommt. Um Kundenfrust über lange Lieferzeiten zu vermeiden, setzt das Unternehmen jetzt sogar 300 Zeitarbeiter im Stammwerk ein - und umgeht damit den generellen Einstellungsstopp, der aufgrund der Corona-Krise verordnet wurde, sowie ein “Gentlemen’s Agreement "mit dem Betriebsrat, auf die ungeliebte Praxis der Leiharbeit zu verzichten.
 
Ungewöhnliche Zeiten erfordern nun mal ungewöhnliche Maßnahmen. Denn in Wolfsburg dürfte eigentlich jedem klar sein: Ohne die Leiharbeiter geht es wohl nicht. Selbst mit den vereinbarten 16 Sonderschichten im Oktober und November lässt sich die Nachfrage aktuell nicht bewältigen. Zu dünn ist die Personaldecke. Doch unbefristete Festeinstellungen sind derzeit nicht nur aufgrund des verhängten Einstellungsstopps unrealistisch. Es geht auch um die Auslastung im Wolfsburger Werk, sie wird dieses Jahr so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das sowieso oftmals im Konzern als zu teuer kritisierte Stammwerk wird damit am Jahresende keine erfreuliche Kostenbilanz aufweisen können. Langfristiger Personalabbau ist durch Zukunftspakt und Roadmap digitale Transformation zwar fest vereinbart. Aber was ist, wenn die zweite Corona-Welle auch Deutschland und somit Wolfsburg so richtig erwischt und es zu einem erneuten Lockdown kommt? Die Zeiten für eine dauerhafte Aufstockung des Personals könnten kaum ungünstiger sein. Also bleiben nur die Leiharbeiter, um den höchst willkommenen Herbstboom auf dem Automarkt aufzufangen.
 
Dieser sorgt übrigens nicht nur für Mehrarbeit an den Bändern, sondern auch für Optimismus in der Chefetage. Bei der Hauptversammlung bekräftigte das Management die Einschätzung, dass VW am Ende des Jahres trotz Corona wieder schwarze Zahlen schreiben werde. Durch die Krise sei man deutlich besser gekommen als die Konkurrenz. Konzern-Chef Herbert Diess sieht darin vor allem auch eine Bestätigung des eingeschlagenen Wegs. Die Strategie, konsequent auf E-Mobilität und Digitalisierung zu setzen, zahle sich aus und werde weiter konsequent verfolgt, kündigte Diess an. Schon jetzt verbucht VW auf dem boomenden E-Auto-Markt Erfolge.
 
Mit dem ID.4 will man die E-Mobilität auch ins extrem erfolgreiche SUV-Segment tragen. Allerdings nicht allein mit ihm: Auch der aktuelle Bestseller des Konzerns, der Tiguan, wurde jetzt elektrifiziert und in die Zukunft geführt. Den neuen Tiguan eHybrid durfte die WAZ jetzt ausgiebig testen. Fazit: Das Fahrzeug hat das Zeug dazu, die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben und für weiter steigende Hybrid-Verkäufe zu sorgen. Die Modelle mit dem Antriebsduo sind in der Herstellung übrigens deutlich arbeitsintensiver als Verbrenner. Da der Tiguan auch in Wolfsburg produziert wird, könnten im Stammwerk bald weitere Extraschichten anstehen…
 
Gute Fahrt wünscht Ihnen
 
Steffen Schmidt
 
Viele Grüße

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