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WAZ-Autopilot - Corona verhagelt Jahresstart

WAZ-Autopilot - Der VW-Wochenüberblick als NewsletterWAZ-Autopilot - Der VW-Wochenüberblick als Newsletter
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Liebe Leserinnen und Leser,
die Corona-Pandemie hat mittlerweile wieder beängstigende Ausmaße angenommen. Auch bei uns in der Region,im Landkreis Gifhorn, tobt der Virus. Für Volkswagen ist das natürlich beunruhigend, arbeiten doch viele tausende Pendler aus dem Nachbarlandkreis im Wolfsburger Werk. Und so setzt der Autobauer derzeit wieder alles daran, das Virus vom Werksgelände fernzuhalten. Die Zügel in Sachen Corona-Schutz werden wieder deutlich angezogen. Bis Ende Februar sollen wirklich nur diejenigen zur Arbeit kommen, die unbedingt vor Ort sein müssen. Der Rest bleibt im Home-Office. Vor Ort im Werk gelten die bekannten, strengen Regelungen.
Aber wenn draußen ein Orkan wütet, wird auch hinter den Werkstoren früher oder später aus dem bisherigen Wind ein handfester Sturm werden. Deswegen verstärkt VW auch nochmals seine Hilfeleistungen für das öffentliche Gesundheitssystem. Neben dem bei VW hauptberuflich angestellten medizinischen Personal dürfen sich jetzt auch Beschäftigte, die in diesem Sektor ehrenamtlich tätig sind oder über eine solche Ausbildung verfügen, für den Kampf gegen Corona freistellen lassen. Damit soll die Impf-Offensive unterstützt und beschleunigt werden, in die auch VW alle Hoffnung setzt. Da ist es nur konsequent, dass das Unternehmen bereits eigene Impfzentren in den Werken plant.
Das erneute Corona-Gewitter droht nun VW den Jahresstart gehörig zu versalzen. Dabei ständen ohne Corona die Vorzeichen gar nicht mal schlecht. Gesamt gesehen liefert VW 2020 zwar 15 Prozent weniger Fahrzeuge aus, doch die Entwicklung im Bereich der E-Mobilität macht Hoffnung und stimmt zufrieden. Allein die Marke VW Pkw hat die Auslieferungen an vollelektrischen Fahrzeugen 2020 verdreifacht. Erfolgsgarant war der ID.3, der einen guten und in manchen Ländern sogar herausragenden Start hinlegte. So katapultierte er sich in einigen Länder an die Spitze der Verkaufsstatistiken der Stromer, war beispielsweise in Schweden im Dezember sogar das meistverkaufte Fahrzeuge über alle Antriebsarten hinweg. Mit dem sogar noch stärker eingeschätzten E-SUV ID.4 legt VW jetzt nach und auch beim Golf ist nun endlich die komplette Produktpalette auf dem Markt, was die Nachfrage nach dem schwächelnden Primus gehörig ankurbelt. Die Bestellbücher seien deshalb prall gefüllt, allein die Pandemie verhindere, dass man auch die nachgefragten Autos schnell an die Kunden bringen könne, gestand der neue Vertriebschef der Marke Volkswagen Pkw, Klaus Zellmer, gerade im WAZ-Interview.
Wobei die Stückzahl als Erfolgsgarant sowieso ausgedient zu haben scheint. Das zeigt ein Blick an die Börse. Tesla, dass jährlich um das Vielfache weniger Fahrzeuge verkauft, ist VW mittlerweile was den Börsenwert angeht hoffnungslos enteilt. Das stört vor allem VW-Chef Herbert Diess, der die Wolfsburger hier in neue Höhen treiben wollte. Er sieht durch die niedrige Bewertung an den Kapitalmärkten signifikante Marktnachteile für Volkswagen - und pocht deswegen wieder einmal auf dringend nötige Sparmaßnahmen.
Worte, die insbesondere vor den am Mittwoch startenden Tarifverhandlungen bei VW nicht gern gehört werden und den Arbeitnehmervertretern als Warnung gelten. Und so könnte der gerade erst beschlossene Burgfrieden zwischen Diess und Betriebsratschef Bernd Osterloh bald schon wieder der Vergangenheit angehören. Immerhin lässt Osterloh prompt verlauten, dass das Sparen doch lieber mit der Reduktion von Komplexität anstatt auf Kosten der Mitarbeiter geschehen müsse - und schiebt den schwarzen Peter damit an das Management weiter.
Klar ist dabei allen: Ein - im wahrsten Sinne des Wortes - Seuchenjahr wie 2020 wird sich auch der VW-Konzern, der bisher noch recht glimpflich durch die Krise gekommen ist, nicht leisten können. Denn sonst wird sich ein Entweder-Oder bei der Sparfrage erübrigt haben.
Gute Fahrt wünscht Ihnen,
Steffen Schmidt

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