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WAZ-Autopilot - Corona-Spätfolgen bremsen VW aus

Liebe Leserinnen und Leser,   Unterbrochene Lieferketten? Erhöhter Krankenstand? Einbruch der Nachfr
WAZ-Autopilot - Der VW-Wochenüberblick als NewsletterWAZ-Autopilot - Der VW-Wochenüberblick als Newsletter
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Liebe Leserinnen und Leser,
 
Unterbrochene Lieferketten? Erhöhter Krankenstand? Einbruch der Nachfrage? Nein! Das derzeit größte Problem für Volkswagen hat Anfang 2021 zwar auch wieder mit dem Corona-Virus zu tun, ist allerdings immer noch eine Spätfolge der ersten Pandemiewelle und des harten Lockdowns im Frühjahr: Es fehlen Teile; präziser so genannte Halbleiter, die für elektronische Bauteilen benötigt werden. Denn als die Autobauer im Frühjahr und Sommer wegen des harten Lockdowns und des eingebrochenen Marktes als Abnehmer ausfielen, schauten sich die Chip-Hersteller kurzerhand nach anderen Branchen um.
Jetzt, nachdem der Markt sich wieder erholt hat, schauen VW und andere leider in die Röhre…
 
Die Folgen dieser globalen Entwicklung bekommt unsere Region jetzt mit aller Kraft zu spüren. Obwohl in Wolfsburg nachfragebedingt endlich wieder Volumen erzielt werden könnte, stehen die Bänder still. Erst gestern lief nach fast vier Wochen Zwangspause die Golf-Produktion an, in der Tiguan-Fertigung fallen am kommenden Donnerstag und Freitag - wie schon in der vergangenen Woche - die Schichten aus. Und jetzt wirkt sich die Drosselung der Fahrzeugproduktion auch noch auf die Komponentenwerke aus. In Braunschweig ist schon Mal vorsorglich Kurzarbeit beantragt. Wie viele Mitarbeiter wie oft konkret davon betroffen sein werden, steht allerdings noch in den Sternen.
 
Mit schneller Entspannung ist eher nicht zu rechnen. VW ist längst nicht der einzige Autohersteller, der von dem Halbleiter-Engpass betroffen ist und aus dem Hut zaubern lassen sich die Teile nicht mal eben. Abzuschätzen, welcher Produktioner wann zu arbeiten hat, dürfte in den kommenden Wochen also eine Frage für die Wettbüros bleiben.
 
Was den Gesundheitsschutz angeht, steht der Produktion in den Werken hingegen wohl nichts im Wege. Zwar steigt auch unter der VW-Belegschaft die Zahl der Corona-Infektionen, die Inzidenzwerte in den Werken liegen aber weiter deutlich unter denen außerhalb der Werkszäune wie VW gern betont. Dafür soll weiter ein stetig wachsender Katalog an Schutzmaßnahmen sorgen.
Dennoch sind auch VW-Beschäftigte nicht vor einer Ansteckung gefeit. Dafür gibt es aktuell ein prominentes Beispiel: Bernd Osterloh. Der Betriebsratsvorsitzende hat Corona und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Diese gilt auch für einige Kontaktpersonen, darunter auch dem VW-Personalvorstand Gunnar Kilian. Osterloh soll aber keine Symptome aufweisen.
 
Umso besser, da er in den kommenden Wochen alle Kräfte brauchen wird. Die Verhandlungen über einen neuen VW-Haustarifvertrag sind angelaufen und schon nach dem ersten Termin kristallisiert sich heraus, dass es äußerst zähe Verhandlungen werden dürften. Die Arbeitnehmer pochen unter anderem auf höhere Löhne und wollen von der Corona-Krise nichts hören, während sich die Unternehmensseite genau dahinter verschanzt. Die Fronten sind verhärtet, weswegen die Wolfsburger IG Metall im Gespräch mit der WAZ bereits zum Angriff bläst - Corona hin oder her.
 
Was die Betriebe in der Fläche betrifft, geht es bei den Verhandlungen weniger ums Geld, als um Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung in Zeiten der Transformation. Hier ist man bei Volkswagen schon längst viel weiter. Die Weichen wurden bereits mit dem Zukunftspakt und der Roadmap Digitale Transformation gestellt. Dass der Wandel tatsächlich sozialverträglich über die Bühne gehen kann, zeigt eine VW-Studie des Fraunhofer Instituts zur Beschäftigungsentwicklung bei VW, deren Ergebnisse auch Personalvorstand Gunnar Kilian zuversichtlich stimmen.

Während der Blick in die nahe Zukunft ob der Corona-Krise also weiter wenig erbaulich ist, heitert sich der Himmel in der Ferne wenigstens auf.
 
Gute Fahrt wünscht Ihnen
 
Steffen Schmidt

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