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Liebe Leserinnen und Leser,   die vergangenen Wochen waren für uns alle geprägt von der Corona-Krise
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Liebe Leserinnen und Leser,
 
die vergangenen Wochen waren für uns alle geprägt von der Corona-Krise. Während im alltäglichen Leben die Einschränkungen nach und nach wieder aufgehoben werden, werden die dramatischen Auswirkungen auf die Wirtschaft immer deutlicher. Und Wirtschaft in Wolfsburg, das heißt Volkswagen. Die Produktion läuft zwar seit Ende April wieder - allerdings nur mit angezogener Handbremse. Doch nicht die Pandemie spielt den Bremsklotz, sondern die Nachfrage sorgt für einen Stotterstart im Wolfsburger Werk. Der dramatische Einbruch der Absatzzahlen führte in den vergangenen Wochen zu Schichtausfällen und einer Verlängerung der Kurzarbeit. Der Konzern hofft auf schnelle Hilfe in Form von Kaufprämien aus Berlin. Aber die sind umstritten  - vor allem für Verbrenner.
 
Statt nur auf Rückenwind aus der Politik zu warten, reagiert Volkswagen deswegen mit einem eigenen Programm zur Absatzförderung. Doch hausgemachte Probleme zwingen den Konzern gleich wieder in die Defensive. Das Wolfsburger Werk befindet sich dabei im Zentrum des Krisensturms. Denn der hier produzierte Golf - für gewöhnlich Heilsbringer und Stolz des Konzerns -  steht im Mittelpunkt der Negativschlagzeilen. Nach einer ohnehin schon “missratenen” Markteinführung, wie Betriebsratschef Bernd Osterloh unverblümt kritisierte, führen erneute Softwareprobleme zu einem Auslieferungsstopp, ja womöglich sogar zu einem Rückruf. Um das Maß voll zu machen, bringt dann auch noch ein offensichtlich rassistischer Werbespot für das Brot-und-Butter-Modell des Konzerns negativen Ruhm. Die Medien - sozial und konventionell - sind empört, der Betriebsrat ist entsetzt. Die während der Krise immer wieder beschworene Einheit zwischen Konzernführung und Belegschaft droht Risse zu bekommen. Wie gravierend die Sorgen in der Belegschaft sind, darüber spreche ich am Mittwoch mit dem Betriebsrat – das Interview lesen Sie dann exklusiv auf waz-online.de.

Angesichts all dieser akuten Probleme tritt der Diesel-Skandal beinahe in den Hintergrund. Aber wenigstens ist hier jetzt ein Ende in Sicht. Das Verfahren gegen Konzern-Chef Herbert Diess und den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch wurde eingestellt, und auch im Streit zwischen Diesel-Kunden und Volkswagen herrscht nun endlich Klarheit. Der Bundesgerichtshof gesteht Diesel-Käufern Schadenersatz zu, VW will mit Vergleichsangeboten auf das Urteil reagieren. Und man geht davon aus, dass die Mehrzahl der rund 60 000 Kläger auf das Angebot eingeht. Ebenso wahrscheinlich ist aus Konzernsicht, dass die meisten ihren „Schummel-Diesel“ behalten und ihn nicht zurückgeben werden. Doch auch für zurückgegebene Wagen hat VW schon einen Plan – sie kommen tatsächlich wieder auf den Markt.
Dieser Ausgang der Diesel-Affäre bedeutet zwar wieder hohe Kosten, doch wie heißt es so schön: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. 

Somit kann sich VW nun voll auf die Bewältigung der Corona-Krise konzentrieren - es wäre nicht das erste Mal, dass die Wolfsburger aus einer heiklen Situation gestärkt hervorgehen.

Gute Fahrt wünscht Ihnen
Ihr Steffen Schmidt

Der Volkswagen-Überblick:

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... und dann war da noch das:

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